PEAK
Untersuchung des Einflusses von Antihormontherapie, Menstruationszyklus, Risikoprofil und Wachstumsrate auf die Therapieentscheidung bei Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem Brustkrebs
Einleitung
Frühere Studien deuten darauf hin, dass das Wachstum von Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs durch den Menstruationszyklus beeinflusst werden könnte. Ziel der PEAK-Studie ist es, den Einfluss der Menstruationszyklus-Phase mit oder ohne Antihormontherapie auf die Wachstumsrate (Ki-67-Index) des Tumors zu untersuchen. Frauen ab 18 Jahren mit einem Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen Brustkrebs im Frühstadium, der operativ entfernt werden soll, können an dieser Studie teilnehmen.
Ablauf
Vorbedingungen
Diagnose:
Mammakarzinom (Brustkrebs)
Therapielinie:
Erstlinie / bisher keine Therapie
Alter: ab 18
Kriterien:
Frauen vor und nach den Wechseljahren; Hormonrezeptor-positiv; HER2-negativ; nicht metastasiert; unilateral (eine Brust betroffen), geplante OP in Tübingen oder Freiburg
Zuordnung
Stratifizierung anhand von Markern
Durchführung
Beobachtung
120 Monate
Beschreibung
Brustkrebs (Mammakarzinom) ist eine bösartige Erkrankung des Brustdrüsengewebes, bei der sich bestimmte Zellen der Brustdrüse unkontrolliert vermehren. Die Therapie der Erkrankung ist von zahlreichen Faktoren abhängig, z. B. dem Allgemeinzustand der Patient*innen, der Wachstumsrate des Tumors (Ki-67-Index), nachweisbaren Hormonrezeptoren auf der Oberfläche der Krebszellen (Östrogenrezeptor-, Progesteronrezeptor-positiv) und dem vermehrten Auftreten des HER2-Proteins auf den Zellen (HER2-positiv). Bei Nachweis von Hormonrezeptoren stellt eine Antihormontherapie ein Kernelement der Behandlung dar, die vor der operativen Entfernung des Tumors zum Einsatz kommen kann (neoadjuvant). Eine Medikamentengruppe, die in der Standard-Antihormontherapie zum Einsatz kommt, sind Aromatasehemmer wie Anastrozol, Letrozol und Exemestan, mit oder ohne GnRH-Agonisten/-Antagonisten (z. B. Goserelin). Eine weitere Gruppe sind die „selektiven Östrogen-Rezeptor-Modulatoren“ (SERM), zu denen Tamoxifen gehört. Nach der Operation kann eine weitere Behandlung (z. B. Antihormontherapie oder Chemotherapie) angeschlossen werden (adjuvant). Unter der Therapie kann die Erkrankung jedoch eine erneute Krankheitszunahme (Rezidiv) aufweisen bzw. nicht kontrollierbar (refraktär) sein. Ein wichtiger Bestandteil zur Berechnung des Rückfallrisikos der Erkrankung ist der sogenannte PAM50. Hierbei handelt es sich um einen molekulardiagnostischen Test, der die Aktivität von 50 Genen im Tumorgewebe analysiert. Bisherige Studien weisen darauf hin, dass das Tumorwachstum bei Östrogenrezeptor-positivem Brustkrebs durch den Menstruationszyklus beeinflusst werden könnte. Es gibt Hinweise darauf, dass das erhöhte Vorkommen des Hormons Estradiol nach dem Eisprung im Zusammenhang mit einem erhöhten Ki-67-Index steht.
Ziel der vorliegenden Beobachtungsstudie ist es, den Einfluss der Menstruationszyklus-Phase auf die Wachstumsrate (Ki-67-Index) des Tumors zu untersuchen. Ein weiteres Ziel ist es zu prüfen, inwiefern die neoadjuvante Antihormontherapie, der Ki-67-Index und das individuelle genetische Risikoprofil (PAM50) die adjuvante Therapieempfehlung beeinflussen können. Hierfür werden die Patientinnen anhand ihrer aktuellen Therapie in drei Gruppen eingeteilt. Patientinnen, die eine Behandlung mit Tamoxifen erhalten, werden in Gruppe A eingeschlossen und Patientinnen, die aktuell einen Aromatasehemmer (eventuell in Kombination mit einem GnRH-Agonisten, falls sie sich in der Prämenopause befinden), werden der Gruppe B zugeordnet. In Gruppe C werden Patientinnen untersucht, die keine neoadjuvante Antihormontherapie erhalten. Im Rahmen der Studie werden Blutuntersuchungen durchgeführt, Fragebögen zum Menstruationszyklus erhoben, eine Gewebeprobe des Tumors vor der Operation (mittels Biopsie) und nach der operativen Entfernung untersucht. Nach Beendigung der Therapie erfolgt eine Nachbeobachtung der Patientinnen für bis zu 10 Jahre.
Frauen ab 18 Jahren mit einem Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen, nicht gestreutem (metastasierten) Brustkrebs können an dieser Studie teilnehmen. Es werden sowohl Frauen vor als auch nach den Wechseljahren in dieser Studie eingeschlossen. Die Erkrankung muss unilateral vorliegen, es darf also nur eine Brust betroffen sein. Die Patientinnen dürfen nicht für eine neoadjuvante Chemotherapie geeignet sein und der Brustkrebs darf nur mit Tamoxifen, Aromatasehemmern oder Goserelin vorbehandelt sein. Eine operative Entfernung des Tumors muss in Tübingen oder Freiburg geplant sein. Es darf keine andere Krebserkrankung in den letzten 10 Jahren diagnostiziert worden sein und innerhalb der letzten 6 Monate darf keine hormonelle Verhütungsmethode angewendet worden sein.
Fakten:
- Welche Erkrankung: Brustkrebs (Mammakarzinom)
- Krebs-Merkmale: Hormonrezeptor-positiv, HER2-negativ, nicht metastasiert, unilateral (eine Brust betroffen), prä- oder postmenopausal, geplante OP in Tübingen oder Freiburg
- Was untersucht die Studie: Einfluss der Menstruationszyklus-Phase auf die Wachstumsrate (Ki-67-Index) des Tumors und Einfluss der neoadjuvanten Antihormontherapie, Ki-67-Index und des individuellen genetischen Risikoprofil (PAM50) auf die adjuvante Therapieempfehlung
- Ziel der Studie: Prüfen, ob die Berücksichtigung der Zyklusphase und molekulare Diagnostik (PAM50) Behandlungsentscheidungen verbessern können
- Wie lange dauert die Studie: Individuelle Dauer der Behandlung + Nachbeobachtungszeitraum bis zu 10 Jahre
- Studienmerkmale: Prospektive, nicht-interventionelle Beobachtungsstudie, drei Therapiegruppen
Studienzentren
| Studienzentrum |
|---|
Department of Women's Health 72076 Tübingen |
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