NeuroMod-PCCI
Kognitives Training und Hirnstimulation bei Frauen mit kognitiven Beeinträchtigungen nach Chemotherapie
Einleitung
Die Standardtherapie bei Brustkrebs umfasst, vor allem in fortgeschrittenen Stadien, eine Chemotherapie, die zu kognitiven Einschränkungen führen kann. Ziel der NeuroMod-PCCI-Studie ist es zu prüfen, ob die Kombination von intensivem kognitivem Training und einer Hirnstimulation (hochauflösende transkranielle Gleichstromstimulation, tDCS) die kognitiven Fähigkeiten bei Frauen nach Chemotherapie verbessern kann. An der Studie können Frauen zwischen 18 und 65 Jahren teilnehmen, die wegen Brustkrebs chemotherapeutisch behandelt werden und selbst über eine kognitive Beeinträchtigung berichten.
Ablauf
Vorbedingungen
Diagnose:
Brutkrebs (Mammakarzinom)
Therapielinie:
Unabhängig von Therapielinie
Alter: 18 bis 65
Kriterien:
Frauen; Rechtshänderinnen; selbst beschriebene kognitive Einschränkungen unter Chemotherapie (mind. 6 Monate nach der Behandlung)
Zuordnung
Randomisierung
1:1
Durchführung
Transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) + kognitives Training
9 Sitzungen mit jeweils 20 Minuten Stimulation (2 mA), intensives kognitives Training einer Aufgabe zur Aktualisierung des Buchstaben-Gedächtnisses, 9 Sitzungen à ca. 20 Minuten
Placebo Transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) + kognitives Training
9 Sitzungen mit jeweils 30 Sekunden Stimulation (2 mA), um die Verblindung der Patientinnen sicherzustellen, intensives kognitives Training einer Aufgabe zur Aktualisierung des Buchstaben-Gedächtnisses, 9 Sitzungen à ca. 20 Minuten
Beobachtung
1 Monate
Beschreibung
Post-chemotherapeutische kognitive Beeinträchtigungen (PCCI) betreffen viele Frauen, die eine Chemotherapie wegen Brustkrebs durchlaufen haben. Diese Beeinträchtigungen betreffen häufig das Arbeitsgedächtnis, die Aufmerksamkeit und andere kognitive Funktionen und können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Einige Studien haben gezeigt, dass kognitives Training positive Effekte auf das Gedächtnis und die kognitive Leistungsfähigkeit haben kann. Das kognitive Training konzentriert sich auf das Arbeitsgedächtnis, insbesondere durch eine Aufgabe, bei der Buchstaben in einer bestimmten Reihenfolge erinnert werden müssen. Die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) wird zunehmend als eine Möglichkeit untersucht, kognitive Funktionen zu verbessern. Hierbei wird schwacher elektrischer Strom über aufgeklebte Elektroden durch die Kopfhaut geleitet. In Deutschland wird tDCS zur Behandlung von verschiedenen Erkrankungen in Rahmen von Studien untersucht. Bisher wird tDCS nicht als routinemäßige Behandlung im klinischen Alltag eingesetzt.
Ziel der vorliegenden Studie ist es zu untersuchen, ob kognitives Training in Kombination mit hochauflösender transkranieller Gleichstromstimulation helfen kann, die kognitiven Funktionen zu verbessern. Dabei werden die Patient*innen zufällig (randomisiert) in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine Gruppe erhält das tDCS in Kombination mit kognitivem Training (Studienarm). Die andere Gruppe erhält das gleiche kognitive Training und zusätzlich eine Placebo-tDCS-Behandlung (Kontrollarm) Hierbei erhalten die Patient*innen den Eindruck einer echten Behandlung, jedoch ist die Stromstärke zu gering und es erfolgt keine tatsächliche elektrische Stimulation. Die Studie ist doppelt verblindet, was bedeutet, dass sowohl die Patientinnen als auch die Untersucher*innen nicht wissen, welche Behandlung durchgeführt wird. Die Studie umfasst insgesamt 9 Trainingseinheiten über einen Zeitraum von drei Wochen und die Wirkung der Behandlung wird vor, während und nach dem Training sowie vier Wochen nach Abschluss der Behandlung untersucht. Zu den Ergebnissen, die gemessen werden, gehören unter anderem die Verbesserung der kognitiven Leistung, die Lebensqualität der Patientinnen sowie die Schlafqualität.
An der Studie teilnehmen können Frauen zwischen 18 und 65 Jahren, die im Rahmen einer Brustkrebsbehandlung eine Chemotherapie erhalten haben und mindestens 6 Monate nach der Behandlung selbst über kognitive Beeinträchtigungen berichten. Außerdem muss eine Rechtshändigkeit vorliegen.
Fakten:
- Welche Erkrankung: Brustkrebs (Mammakarzinom)
- Krebs-Merkmale: Behandlung mit Chemotherapie
- Was untersucht die Studie: Einfluss einer Hirnstimulation und kognitiven Trainings auf die kognitive Funktion nach Chemotherapie
- Ziel der Studie: Verbesserung der kognitiven Leistung durch Kombination der beiden Therapieformen
- Wie lange dauert die Studie: Gesamtdauer 3 Wochen für das Training, Follow-Up-Untersuchung 4 Wochen nach Abschluss
- Studienmerkmale: randomisiert, doppelt verblindet, zwei Gruppen
Studienzentren
| Studienzentrum |
|---|
University Medicine Greifswald Greifswald |
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