NEOPRO-SIT
Prähabilitation – gezielte Bewegungstherapie und psychoonkologische Unterstützung vor der Krebsbehandlung
Einleitung
Bei Patient*innen mit bösartigen Tumoren ist bei der Behandlung eine gute körperliche und psychische Belastbarkeit wichtig. Der derzeitige Therapiestandard umfasst die Behandlung der Krebserkrankung selbst, strukturierte Programme zur gezielten Vorbereitung auf die bevorstehende Therapie gehören bisher jedoch nicht regelhaft zur Versorgung. Ziel der NEOPRO-SIT-Studie ist es, ein strukturiertes Prähabilitationsprogramm zu entwickeln und zu untersuchen, ob eine gezielte Bewegungstherapie und eine strukturierte psychoonkologische Betreuung die körperliche Leistungsfähigkeit und das psychische Wohlbefinden von Patient*innen mit soliden Tumoren verbessern können. Frauen und Männer im Alter von 18 bis 65 Jahren mit einem soliden Tumor (u. a. Brustkrebs), bei denen eine Behandlung mit Operation oder Strahlentherapie und dem Ziel der Heilung geplant ist, können an dieser Studie teilnehmen.
Ablauf
Vorbedingungen
Diagnose:
solide Tumoren
Therapielinie:
Erstlinie / bisher keine Therapie
Alter: 18 bis 65
Kriterien:
kurativer Behandlungsplan mit geplanter Operation oder Strahlentherapie
Zuordnung
Sequenzielle Zuweisung
Durchführung
Prähabilitation
gezieltes Bewegungs- und psychoonkologisches Programm vor einem chirurgischen Eingriff oder einer Strahlentherapie
Standardbehandlung (alleinige Therapie der Krebserkrankung)
keine prärehabilitativen Maßnahmen; lediglich die Krebsbehandlung selbst
Beobachtung
6 Monate
Beschreibung
Solide Tumoren gehören zu Krebserkrankungen mit bösartigen Gewebeneubildungen, die sich in Organen wie der Brust, der Lunge oder dem Darm bilden. Bei der Behandlung von soliden Tumoren kommen je nach Art und Stadium der Erkrankung verschiedene Verfahren zum Einsatz, darunter Operation, Strahlentherapie und medikamentöse Therapien. Diese Phase kann körperlich und seelisch sehr belastend sein, da Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Muskelschwäche und psychischer Stress auftreten können. Deswegen ist eine gute körperliche und seelische Belastbarkeit der Patient*innen von großer Bedeutung und kann den Therapieerfolg beeinflussen. Der aktuelle Standard umfasst die Behandlung der Krebserkrankung selbst, eine strukturierte Vorbereitung auf die bevorstehende Therapie ist jedoch bisher nicht regelhaft etabliert.
Ziel der vorliegenden Studie ist es, den zusätzlichen Nutzen eines gezielten Prähabilitationsprogramms während dieser Phase zu untersuchen. Prähabilitation bedeutet, dass Patient*innen bereits vor der Operation oder Strahlentherapie durch gezielte Maßnahmen auf den Eingriff vorbereitet werden. Das Programm umfasst ein betreutes Bewegungstraining sowie strukturierte psychoonkologische Unterstützung, die darauf abzielt, Ängste zu lindern und die seelische Widerstandskraft (Resilienz) zu stärken. Die Patient*innen werden in zwei Gruppen aufgeteilt: Der Kontrollarm erhält die reguläre medizinische Versorgung (Standardbehandlung), während der Studienarm zusätzlich das strukturierte Prähabilitationsprogramm mit Bewegungstherapie und psychoonkologischer Begleitung erhält. Die Zuteilung erfolgt nicht nach dem Zufallsprinzip (randomisiert), sondern nacheinander (sequenziell). Die Studie ist nicht verblindet (offen), das heißt, sowohl die Patient*innen als auch die Studienärzt*innen wissen über die Zuteilung der Gruppe Bescheid. Das Hauptziel wird anhand eines 6-Minuten-Gehtests gemessen, der die körperliche Leistungsfähigkeit 14 bis 28 Tage nach der Operation oder Bestrahlung erfasst. Darüber hinaus werden Muskelkraft, psychisches Wohlbefinden, Angst, Depression und Lebensqualität über einen Zeitraum von bis zu 6 Monaten nach dem Eingriff erhoben.
Teilnehmen können Frauen und Männer von 18 bis 65 Jahren mit einem soliden Tumor (u. a. Brustkrebs), bei denen eine kurative Behandlung mit einem kombinierten (multimodalen) Therapiekonzept und eine Operation oder Strahlentherapie vorgesehen ist. Die Patient*innen müssen körperlich ausreichend belastbar sein und über ausreichende Sprachkenntnisse verfügen, um Fragebögen und Trainingsanweisungen verstehen zu können. Nicht teilnehmen können Patient*innen mit schweren Herz- oder Lungenerkrankungen.
Fakten:
- Welche Erkrankung: solide Tumoren (u. a. Brustkrebs)
- Krebsmerkmale: kurative (heilende) Behandlungsabsicht mit geplanter Operation oder Strahlentherapie
- Was untersucht die Studie: potenzieller Nutzen eines strukturierten Bewegungs- und psychoonkologischen Betreuungsprogramms vor der eigentlichen Krebsbehandlung
- Ziel der Studie: Prüfen, ob das strukturierte Prähabilitationsprogramm die körperliche Leistungsfähigkeit und das psychische Wohlbefinden der Patient*innen vor und nach der Krebsbehandlung verbessern kann
- Studiendauer: 6 Monate (voraussichtlich bis Oktober 2029)
- Studienmerkmale: interventionell, nicht randomisiert, sequenziell, offen (nicht verblindet), zwei Studienarme
Studienzentren
| Studienzentrum |
|---|
University hospital Münster 48149 Münster |
Weitere Informationen
Fragen zur Studie?
Wir informieren Sie gerne allgemein und helfen Ihnen dabei, passende Studienzentren zu finden, können jedoch keine Studienplätze vermitteln.
Kontakt aufnehmen