INAVO123
Neue Erstlinien-Kombinationstherapie mit Inavolisib bei fortgeschrittenem Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs mit PIK3CA-Mutation
Einleitung
Bei fortgeschrittenem, Hormonrezeptor-positivem und HER2-negativem Brustkrebs wird in der Erstlinientherapie üblicherweise eine Antihormontherapie in Kombination mit einem CDK4/6-Hemmer eingesetzt. Ziel der INAVO123-Studie ist es, die Sicherheit und Wirksamkeit des Medikaments Inavolisib, das zusätzlich zu der Standardbehandlung gegeben wird, zu untersuchen. Frauen und Männer ab 18 Jahren mit fortgeschrittenem, Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem Brustkrebs und einer nachgewiesenen PIK3CA-Mutation, die noch keine Therapie für das fortgeschrittene Stadium erhalten haben, können an dieser Studie teilnehmen.
Ablauf
Vorbedingungen
Diagnose: Brustkrebs (Mammakarzinom)
Therapielinie: Unabhängig von Therapielinie
Alter: ab 18
Kriterien: fortgeschrittenes Stadium; Hormonrezeptor-positiv; HER2-negativ; PIK3CA-mutiert; endokrin-sensitiv; nicht vorbehandelt im fortgeschrittenen Stadium
Zuordnung
Randomisierung
Durchführung
Beobachtung
Beschreibung
Brustkrebs (Mammakarzinom) ist eine bösartige Erkrankung des Brustdrüsengewebes, bei der sich Zellen der Brustdrüse unkontrolliert vermehren. Die Therapie hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem vom Stadium der Erkrankung und von biologischen Merkmalen der Tumorzellen (u. a. Hormonrezeptoren und HER2-Rezeptoren). Bei Hormonrezeptor-positivem Brustkrebs reagieren die Krebszellen auf die körpereigenen Hormone Östrogen und Progesteron mit Wachstum, weshalb eine Antihormontherapie mit Aromatasehemmern wie Letrozol eingesetzt wird, um die Hormonwirkung zu unterdrücken. CDK4/6-Hemmer sind Medikamente, die bestimmte Enzyme (Cyclin-abhängige Kinasen 4 und 6) blockieren und dadurch die Zellteilung der Krebszellen hemmen. Diese Kombination ist die derzeitige Standardtherapie. Zusätzlich können die Patient*innen eine sogenannte PIK3CA-Mutation aufweisen. Diese genetische Veränderung führt zu einer dauerhaften Aktivierung des PI3K-Signalwegs, der das Wachstum und die Vermehrung der Krebszellen fördert. Das Medikament Inavolisib ist ein sogenannter PI3K-Hemmer, der als Tablette eingenommen wird und gezielt diesen durch die Mutation aktivierten Signalweg blockiert. Das Medikament ist in Deutschland bereits in Kombination mit Palbociclib und Fulvestrant zur Behandlung von PIK3CA-mutiertem, Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs zugelassen, wenn die Erkrankung während einer adjuvanten (nach der Operation unterstützend gegebenen) Antihormontherapie oder innerhalb von zwölf Monaten nach deren Abschluss erneut aufgetreten ist (endokrin-resistent).
Ziel der vorliegenden Phase-3-Studie ist es, die Sicherheit und Wirksamkeit des Medikaments Inavolisib, das zusätzlich zu der Standardbehandlung gegeben wird, zu untersuchen. Im Rahmen der Studie werden die Patient*innen nach dem Zufallsprinzip (randomisiert) in zwei Gruppen aufgeteilt. Im Studienarm erhalten die Patient*innen Inavolisib in Kombination mit einem CDK4/6-Hemmer und Letrozol; im Kontrollarm erhalten die Patient*innen ein Placebo (Scheinmedikament ohne Wirkstoff) in Kombination mit einem CDK4/6-Hemmer und Letrozol. Alle Medikamente werden als Tablette eingenommen. Die Studie ist doppelt verblindet, das bedeutet, dass weder die Patient*innen noch die behandelnden Studienärzt*innen wissen, ob Inavolisib oder das Placebo verabreicht wird. Das Hauptziel (primärer Endpunkt) der Studie ist die Untersuchung des progressionsfreien Überlebens (Progression-free Survival, PFS; die Zeitspanne, in der die Erkrankung nicht weiter fortschreitet) nach bis zu sieben Jahren.
Frauen und Männer ab 18 Jahren mit fortgeschrittenem, Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem Brustkrebs und einer nachgewiesenen PIK3CA-Mutation können an dieser Studie teilnehmen. Es werden sowohl erstmalig diagnostizierte als auch erneut aufgetretene Brustkrebserkrankungen berücksichtigt, die noch keine Therapie für das fortgeschrittene Stadium erhalten haben. Bei erneut aufgetretener Erkrankung muss diese endokrin-sensitiv sein, das heißt, sie darf während einer vorangegangenen, mindestens zweijährigen Antihormontherapie oder innerhalb von zwölf Monaten nach deren Abschluss nicht erneut aufgetreten oder fortgeschritten sein.
Fakten:
- Welche Erkrankung: Brustkrebs (Mammakarzinom)
- Krebsmerkmale: fortgeschrittenes Stadium, Hormonrezeptor-positiv, HER2-negativ, PIK3CA-mutiert, endokrin-sensitiv, nicht vorbehandelt im fortgeschrittenen Stadium
- Was untersucht die Studie: Wirksamkeit und Sicherheit von Inavolisib zusätzlich zu einem CDK4/6-Hemmer und Letrozol im Vergleich zu Placebo plus CDK4/6-Hemmer und Letrozol als Erstlinientherapie
- Ziel der Studie: Prüfen, ob die zusätzliche Gabe von Inavolisib das progressionsfreie Überleben verlängern kann
- Studiendauer: bis zu ca. 7 Jahre
- Studienmerkmale: Phase-3-Studie, nach dem Zufallsprinzip aufgeteilt (randomisiert), doppelt verblindet, Vergleich mit Placebo (placebokontrolliert), zwei Behandlungsgruppen
Studienzentren
| Studienzentrum |
|---|
Kantonsspital Baden Zentrum für Onkologie und Hämatologie 5404 Baden |
Universitätsspital Basel 4031 Basel |
St. Elisabeth Krankenhaus Köln GmbH 50935 Cologne |
Universitätsklinikum "Carl Gustav Carus" der Technischen Universität Dresden 01307 Dresden |
Universitätsklinikum Essen 45122 Essen |
Weitere Informationen
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