FOREST
Naturbasierte Therapien gegen Fatigue bei Menschen nach einer Krebserkrankung
Einleitung
Menschen, die eine Krebsbehandlung abgeschlossen haben und weiterhin unter starker Erschöpfung (Fatigue) leiden, können von Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen wie naturbasierten Verfahren im Wald, in virtueller Form mittels Virtual-Reality-Brille oder als angeleitete Vorstellungsübung profitieren. Ziel der FOREST-Studie ist es, zu untersuchen, ob verschiedene naturbasierte Therapien die Beschwerden und die Lebensqualität verbessern können. Teilnehmen können von Fatigue betroffene Patient*innen ab 18 Jahren, die ihre Krebsbehandlung abgeschlossen haben und bei denen aktuell keine weitere Therapie geplant ist.
Ablauf
Vorbedingungen
Diagnose:
Krebsbedingte Fatigue
Therapielinie:
Unabhängig von Therapielinie
Alter: ab 18
Kriterien:
abgeschlossene Therapie; anhaltende Fatigue
Zuordnung
Randomisierung
Durchführung
Waldbaden in der freien Natur
Die Patient*innen erleben 30 Minuten lang (im Sitzen) in einem Waldgebiet die verschiedenen Aspekte (Geruchs-, Hör- und Tastwahrnehmungen) des Waldbadens. Die Wälder wurden zuvor in der Nähe von Stuttgart und Würzburg ausgewählt und sind untereinander vergleichbar.
Simuliertes Waldbaden (Virtual Reality)
Mithilfe einer Virtual-Reality-Brille wird ein Waldbad-Erlebnis simuliert. Die Simulation umfasst Elemente des klassischen Waldbads (olfaktorische, akustische und haptische Reize) und dauert 30 Minuten.
Visualisierung des Waldbadens
Eine Therapeut*in leitet eine Vorstellungsübung, bei der sich die Patient*innen ein Waldbad vorstellen. Die Vorstellungsübung umfasst Elemente des klassischen Waldbads (olfaktorisch, akustisch und haptisch) und dauert 30 Minuten.
Beobachtung
2 Monate
Beschreibung
Viele Patient*innen erleben nach einer Krebserkrankung anhaltende Erschöpfung (Fatigue). Diese Form der Müdigkeit ist oft stärker als normale Erschöpfung und kann den Alltag, die Konzentration und das emotionale Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. Die genauen Ursachen sind vielfältig und können sowohl körperliche Faktoren (z. B. Auswirkungen der Krebstherapie oder Entzündungsprozesse) als auch psychische Belastungen umfassen. Eine Standardbehandlung für diese Form der Erschöpfung ist nicht eindeutig festgelegt. Häufig werden Bewegung, psychosoziale Unterstützung und ergänzende Therapien empfohlen.
Ziel der FOREST-Studie ist es, drei unterschiedliche naturbasierte Ansätze hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Beschwerden und Lebensqualität nach einer Krebserkrankung miteinander zu vergleichen: klassisches „Waldbaden“ im echten Wald, eine virtuelle Wald-Erfahrung mit einer Virtual-Reality-(VR)-Brille sowie eine angeleitete Vorstellungsübung (Imagination). Alle Sitzungen dauern jeweils 30 Minuten und finden einmal pro Woche über 8 Wochen statt. Es soll durch Sinneseindrücke wie Sehen, Hören, Riechen und Fühlen positive Effekte auf Körper und Psyche erzielt werden. Die Patient*innen werden dafür nach dem Zufallsprinzip (randomisiert) auf vier Gruppen aufgeteilt: drei Therapiegruppen und eine Gruppe, die zunächst keine Behandlung erhält, aber auf der Warteliste steht. Die Studie ist nicht verblindet (offen), das heißt, sowohl das ärztliche Team als auch Patient*innen wissen, welche Intervention durchgeführt wird. Das primäre Ziel der Studie ist dabei die konkrete Bewertung von Fatigue, Schlaf, depressiven Beschwerden und Konzentration nach einem Zeitraum von 8 Wochen.
Teilnehmen können Patient*innen, die ihre Krebstherapie abgeschlossen haben (mit Ausnahme von lebenslangen endokrinen Erhaltungstherapien) und unter Fatigue leiden. Ausgeschlossen sind Patient*innen, bei denen bestimmte gesundheitliche Gründe gegen eine Teilnahme sprechen. Dazu gehören eine nicht ausreichend behandelte schwere Depression, Asthma, Allergien gegen Kiefern- oder Zitrusdüfte, ein fehlender Geruchssinn, starke Reiseübelkeit oder Krampfanfälle sowie Seh- oder Hörbeeinträchtigungen, die nicht durch Hilfsmittel ausgeglichen werden können.
Fakten:
- Welche Erkrankung: Erschöpfung (Fatigue) nach einer Krebserkrankung
- Krebs-Merkmale: Behandlung abgeschlossen, anhaltende Fatigue
- Was untersucht die Studie: Wirkung von naturbasierten Therapien (Waldbaden real, virtuell oder in der Vorstellung) auf Fatigue, Schlaf, Stimmung, Konzentration und Lebensqualität
- Ziel der Studie: Prüfen, ob naturbasierte Therapien Beschwerden und Lebensqualität bei Patient*innen nach einer Krebserkrankung verbessern können
- Wie lange dauert die Studie: ca. 8 Wochen Intervention, Gesamtstudie bis Ende 2027
- Studienmerkmale: naturbasierte Interventionsstudie, zufällige Zuteilung (randomisiert), offen (nicht verblindet), 4 Gruppen (3 Therapien + Warteliste)
Studienzentren
| Studienzentrum |
|---|
Dr med. Marcela Winkler 70439 Stuttgart |
PD Dr. Claudia Löffler 97080 Würzburg |
Weitere Informationen
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