659/2017BO1
Machbarkeitsstudie zur Magnetresonanztomografie-geführten Strahlentherapie mit MR-Linac
Einleitung
Eine Bestrahlung mit dem MR-Linac kommt zum Einsatz, wenn Tumoren besonders präzise mittels Strahlentherapie behandelt werden sollen und gleichzeitig das umliegende gesunde Gewebe bestmöglich geschont werden muss. Ziel der vorliegenden Studie ist es zu prüfen, ob eine neuartige Kombination aus Magnetresonanztomographie und Bestrahlung, das sogenannte MR-Linac-Gerät, zuverlässig im klinischen Alltag eingesetzt werden kann. Teilnehmen können erwachsene Patient*innen, bei denen eine Strahlentherapie medizinisch notwendig ist und die keine Kontraindikationen gegen eine MRT-Untersuchung haben.
Ablauf
Vorbedingungen
Diagnose:
Prostatakrebs; Brustkrebs; Rektumkrebs; Speiseröhrenkrebs; Kopf-Hals-Tumoren; Leberkrebs; Gehirntumore; Oligometastasen
Therapielinie:
Unabhängig von Therapielinie
Alter: 18 bis 99
Kriterien:
Geplante Strahlentherapie unabhängig vom Stadium
Zuordnung
Einarmigen Studie
Durchführung
MR-Linac-Bestrahlung
Prüfen, ob mindestens 85 % der Behandlungen wie geplant durchgeführt werden können
Beobachtung
Beschreibung
Die derzeitige Standardtherapie bei vielen Krebserkrankungen besteht aus konventioneller Bestrahlung, bei der zur Planung meist eine Computertomographie (CT) verwendet wird. Die Bildqualität von CT ist jedoch schlechter als bei einer Magnetresonanztomographie (MRT), vor allem bei Weichteilgewebe. Das MR-Linac-System könnte die Präzision der Behandlung deutlich verbessern. Es vereint zwei Geräte: Ein MRT zur hochauflösenden Bildgebung und einen Linearbeschleuniger zur Bestrahlung von Tumoren. Das Besondere daran ist, dass direkt vor und während der Bestrahlung präzise Bilder des Tumors gemacht werden können. Dadurch kann die Bestrahlung sehr genau angepasst werden, was das umliegende gesunde Gewebe besser schont und Nebenwirkungen verringern könnte.
Ziel der vorliegenden Studie ist es zu untersuchen, ob die Behandlung mittels MR-Linac zuverlässig im klinischen Alltag eingesetzt werden kann (Machbarkeitsstudie). Es wird überprüft, ob mindestens 85 % der geplanten Behandlungen mit einer Dauer von 1 bis 7 Wochen durchgeführt werden können. Alle Patient*innen erhalten im Rahmen der Studie die Behandlung mit MR-Linac. Es gibt keine Nachbeobachtung.
Teilnehmen können Frauen und Männer ab 18 Jahren mit unterschiedlichen Tumorarten, z. B. Prostatakrebs, Brustkrebs, Rektum- oder Speiseröhrenkrebs, Kopf-Hals-Tumoren, Lebertumoren oder Hirntumoren. Auch Patient*innen, die eine palliative Bestrahlung (die nicht auf Heilung abzielt) benötigen, können teilnehmen. Die Behandlung erfolgt ausschließlich mit dem neuen MR-Linac-Gerät am Universitätsklinikum Tübingen. Ausgeschlossen sind Personen mit Kontraindikationen für eine MRT (z. B. starke Platzangst oder bestimmte Metallimplantate) sowie Schwangere.
Fakten:
- Welche Erkrankung: Prostata-, Brust-, Rektum-, Speiseröhren-, Kopf-Hals-, Leber- und ZNS-Tumoren sowie wenige Metastasen (Oligometastasen) und symptomorientierten (palliativ) Indikationen
- Krebs-Merkmale: Patient*innen mit geplanter Strahlentherapie, unabhängig von vorheriger Behandlung
- Was untersucht die Studie: Machbarkeit der Behandlung mit dem MR-Linac-Gerät
- Ziel der Studie: Prüfen, ob mindestens 85 % der Behandlungen wie geplant durchgeführt werden können
- Wie lange dauert die Studie: bis 2027, individuelle Behandlungsdauer 1–7 Wochen
- Studienmerkmale: eine Gruppe, nicht verblindet, Einzelzentrenstudie am Uniklinikum Tübingen
Studienzentren
| Studienzentrum |
|---|
University Hospital Tübingen, Department of Radiation Oncology 72076 Tübingen |
Weitere Informationen
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