ADAPT-HER2-IV

Medikamentenstudie zu Trastuzumab-Deruxtecan im Vergleich zur Standardtherapie bei HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium (neoadjuvant)

offen
Phase II
Erstlinie

Einleitung

Die neoadjuvante Chemotherapie bezeichnet eine Therapie vor einer Operation beim Brustkrebs und ist mittlerweile Standard. Trastuzumab-Deruxtecan ist ein Kombinations-Medikament, das das Tumorwachstum effektiv hemmt. Es ist bereits für die Behandlung bei einem Rückfall (Rezidiv) zugelassen, wenn die Brustkrebszellen den HER2-Rezeptor auf ihrer Oberfläche haben. Ziel der ADAPT-HER2-IV-Studie ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit von Trastuzumab-Deruxtecan in der neoadjuvanten Situation zu untersuchen und mit einer Standardtherapie zu vergleichen. Patientinnen vor oder nach der Menopause mit lokal begrenztem Brustkrebs im Frühstadium können an dieser Studie teilnehmen.

Ablauf

Vorbedingungen

Diagnose:
Brustkrebs

Therapielinie:
Erstlinie / bisher keine Therapie

Alter: ab 18

Kriterien:
HER2-positiv; früher Brustkrebs; keine Metastasen; keine signifikante Lungenerkrankung

Zuordnung

Randomisierung
1:1

Durchführung

Trastuzumab-Deruxtecan

neoadjuvante Therapie für Gering-/Intermediär-Risiko-Gruppe

Trastuzumab-Deruxtecan

neoadjuvante Therapie für Hochrisiko-Gruppe

Paclitaxel + Trastuzumab + Partuzumab

neoadjuvante Therapie für Gering-/Intermediär-Risiko-Gruppe

Docetaxel/Paclitaxel + Carboplatin + Trastuzumab + Pertuzumab

neoadjuvante Therapie für Hochrisiko-Gruppe

Beobachtung

36 Monate

Beschreibung

Brustkrebs (Mammakarzinom) ist eine bösartige Erkrankung des Brustdrüsengewebes, bei der eine unkontrollierte Vermehrung von Zellen der Brustdrüse vorliegt. Im frühen Stadium ist die Erkrankung auf die Brust beschränkt. Bei Fortschreiten der Erkrankung kommt es häufig zum Befall von Lymphknoten und zur Bildung von Absiedelungen (Metastasen) im Körper (Knochen/Organe). Dann spricht man von einer metastasierten Erkrankung, dies entspricht dem Stadium 4. Die Therapie der Erkrankung ist von zahlreichen Faktoren abhängig, z.B. dem Allgemeinzustand der Person, dem Stadium der Erkrankung, der Wachstumsrate des Tumors (Ki-67-Index), nachweisbaren Hormonrezeptoren (HR) auf der Oberfläche der Krebszellen (Östrogenrezeptor-, Progesteronrezeptor-positiv) und dem vermehrten Auftreten von HER2-Rezeptoren auf den Zellen (HER2-positiv). Die Brustkrebstherapie in einem lokal begrenzten Stadium ohne Nachweis von Metastasen umfasst in der Regel eine brusterhaltende Operation mit vorangehender Chemotherapie (neoadjuvant) und dem Ziel einer vollständigen Genesung. Um das Risiko einer erneuten Erkrankung zu verringern, kann nach der Operation eine Strahlentherapie und eine medikamentöse Therapie erfolgen (adjuvant). Diese ist umso wichtiger, je mehr Risikofaktoren für ein erneutes Aufflammen der Erkrankung vorliegen (Rezidiv). Bei HER2-positiven Erkrankungen richtet sich diese Therapie speziell gegen den Oberflächenrezeptor HER2 auf den Tumorzellen. Trastuzumab-Deruxtecan ist eine Antikörper-Wirkstoff-Verbindung, die gezielt an den HER2-Rezeptor bindet und das Chemotherapeutikum (Deruxtecan) direkt an die Zellen bringt. Das verbessert die Wirkung und gleichzeitig werden ausschließlich die Brustkrebszellen angegriffen. Das Medikament ist bereits zur Behandlung des Rezidivs eines HER2-positiven Mammakarzinoms zugelassen. Ziel der vorliegenden Phase-2-Studie ist es, die Wirkung und Sicherheit einer neoadjuvanten Therapie mit Trastuzumab-Deruxtecan zu untersuchen und mit dem bisherigen Standard (Chemotherapie) zu vergleichen. Anhand der Tumoreigenschaften werden die Patientinnen zunächst gemäß bestimmter Risikofaktoren der Erkrankung einer Gering/Intermediär-Risikogruppe oder Hoch-Risikogruppe zugeteilt. Die Teilnehmerinnen werden anschließend innerhalb der Risikogruppe zufällig (randomisiert) in 2 Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 (Studienarm) erhält die neoadjuvante Therapie mit Trastuzumab-Deruxtecan für 12 Wochen (Gering/Intermediär-Risiko) bzw. 18 Wochen (Hochrisiko). Gruppe 2 (Kontrollarm) erhält eine Standardbehandlung mit Paclitaxel, Trastuzumab und Pertuzumab für 12 Wochen (Gering/Intermediär-Risiko) bzw. Docetaxel/Paclitaxel, Carboplatin, Trastuzumab und Pertuzumab für 18 Wochen (Hochrisikogruppe). Je nach Ansprechen auf die Therapie kann die entsprechende Medikation nach der Operation für ein Jahr fortgesetzt werden. Die Studie ist nicht verblindet, d.h. ärztliches Personal und Patientin wissen, welche Medikamente eingenommen werden. Die Behandlungen und Nachuntersuchungen im Rahmen der Studie erfolgen für bis zu 3,5 Jahre, in denen die Wirksamkeit der Therapie und das Auftreten von Nebenwirkungen durch die verschiedenen Medikamente untersucht werden. Entscheidend ist, ob oder wann die Erkrankung unter Therapie wieder auftritt. Patientinnen ab 18 Jahren vor oder nach der Menopause mit lokal begrenztem Brustkrebs können an dieser Studie teilnehmen. Die Erkrankung muss unbehandelt und HER2-positiv sein. Fakten: 1. Welche Erkrankung: Brustkrebs (Mammakarzinom) vor und nach der Menopause 2. Krebs-Merkmale: unbehandelt, lokal begrenztes Stadium (1-3C), Gering/Intermediär-Risiko oder Hoch-Risiko, HER2-positiv 3. Was untersucht die Studie: Wirksamkeit und Sicherheit einer neoadjuvanten Therapie mit Trastuzumab-Deruxtecan im Vergleich zum bisherigen Standard 4. Ziel der Studie: Verbesserung der Therapie-Ansprechrate und der krankheitsfreien Überlebensrate 5. Wie lange dauert die Studie: 12 Wochen, Beobachtung bis ca. 3 Jahre 6. Studienmerkmale: Phase-2, randomisiert, nicht verblindet

Studienzentren

Studienzentrum
Uniklinik RWTH Aachen
52074 Aachen
Hämotologisch onkologische Praxis Heinrich Bangerter Augsburg GbR
86150 Augsburg
Universitätsklinikum Augsburg / Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
86156 Augsburg
Klinikum Mittelbaden, Brustzentrum
76532 Baden-Baden
Charite Campus Mitte
10117 Berlin
Studienbeginn
5. Februar 2024
Art der Studie
Interventionell
Sponsor
West German Study Group
Teilnehmerzahl
402
NCT-Nummer
NCT05704829

Weitere Informationen

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